Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges entwickelten sich Fußball und
Faustball. Gespielt wurde auf der "Baader-Wiese" zwischen
Fischergasse. Nach Spannungen mit den Turnern trennten sich die Fußballer
jedoch 1925 vom MTV und gründeten ihren eigenen Verein für Rasensport, VfR. Vorstand wurde der Wirt des Andechser
Hofs, Fellner. Der Verein bestand aus der 1. Mannschaft, der allein fünf
Sigl-Buben angehörten, und einer Jugendmannschaft. Kameradschaft und
Geselligkeit wurden großgeschrieben, wie zahlreiche Ausflüge belegen.
Später spielten die Fußballer an der Eichendorffstrasse am Andechser
Hof, die Fußballtore bauten sich die Spieler selbst, indem sie Baumstämme
zusammenbanden und in den Boden rammten. Das Rohmaterial dafür hatten sie
heimlich im Wald von Simmerl Sixten geschlagen.
Politische Einflüsse im Dritten Reich führten VfR und MTV ab 1934
wieder zusammen. Gleichgeschaltet waren die Sportler im "Verein für
Leibeserziehung", kurz VfL, aber mit Beginn des Zweiten Weltkrieges endete
auch dieser regelmäßige Vereinssport. Nur ab und zu trafen sich die Sportler zu
einem Fußballspiel. Zu dieser Zeit bestanden Zwei Mannschaften in Herrsching,
die sich heiß bekämpften; die Mannschaft links vom Kienbach und die Mannschaft
rechts vom Kienbach.
Nach dem Krieg folgte am 14. November 1947 die vollständige
Neugründung des Vereins unter dem Namen TSV.
Bereits 1946 fanden sich die Fußballer zusammen und bemühten sich
um einen neuen Spielplatz, den Sportplatz am See.
Die erste Abteilung wurde im Dezember 1947 gegründet. Gespielt
wurde wie überall unter einfachsten Bedienungen, noch nicht einmal Trikots
besaßen die Fußballer. Daher besorgte Franz Kretschmer, der Betreuer,
geeigneten Stoff, und die Handballdamen (!) nähten die Trikots und die Wappen.
Schon damals wurde der Trainer mit fünfzig Mark pro Monat bezahlt, der Eintritt
zu den Spielen betrug 30 Pfennige. Abteilungsleiter waren zunächst Dr. Hammer,
Herr Preisenberger und Rudi Rutkowsky.
Schon 1953 schaffte die 1. Herrenmannschaft den Aufstieg in die
A-Klasse. 1964 wird die 1. Schülermannschaft Oberbayrischer Vizemeister im
Endspiel gegen den FC Bayern München verlor man mit 3:5. 1966 unterliegt die 1.
Jugendmannschaft zwar dem TSV 1860 München mit 3:5 nach Verlängerung, ist damit
aber Oberbayrischer Vizemeister.
1966 steigt die 1. Herrenmannschaft von der C- in die B-Klasse auf,
zwei Jahre später von der B- in die A-Klasse. 1971 erfolgte der erneute
Aufstieg in die Bezirksliga Oberbayern.
Den größten sportlichen Erfolg für die Abteilung erzielten: Dieter
Obermeier, Carlo Kelch, Ingo Strasser, Rudi Fuchs, Helmut Pestinger, Wilhelm
Welte, Franz Sterl, Erwin Schmidt, Hubert Herbinger, Dieter Harpke, Hermann
Pöltl, Werner Hager, Joachim Köhler und Albert Graf; als Sie 1972 den Aufstieg
in die Landesliga Süd (vierthöchste Spielliga damals) schafften. Die
Aufstiegsspiele gegen den SV Untermenzing endeten nach Verlängerung 4:4 vor
4000 Zuschauern. Das Wiederholungsspiel vor 2500 Zuschauern endete 3:2 durch
Tore von Herbinger, Fuchs, und Kelch. Drei Jahre lang konnte die Liga gehalten
werden, danach erfolgte der Abstieg.
Hochmotiviert trainierte und spielte Anfang der 70er Jahre auch
eine Damenmannschaft, die aber nicht lange Bestand hatte.
1986 wurde das neue Ammerseestadion endgültig fertiggestellt,
nachdem die Pläne bereits 1962 beschlossen waren.
Hier übernahm Gerald „Gerry" Hillringhaus, der ehemalige
Spieler beim FC Bayern die Mannschaft. Leider konnte der Wiederaufstieg in die
Bezirksliga nicht geschafft werden.
Erst nachdem Andreas Böhm die Mannschaft Trainierte war der
Aufstieg in die Bezirksliga Süd im Jahre 2001 geschafft worden.
Nach drei Jahren Bezirksliga Süd musste sich die Mannschaft im
zweiten Spiel der Relegation geschlagen geben, und somit in die Kreisliga 2
absteigen.
Seitdem spielt die Mannschaft in der Kreisliga 2 (ehem. A-Klasse West).
Unter dem Trainer Steffen Thiel wurde der Aufstieg zweimal nur
knapp verpasst. In seiner
letzten Saison als Trainer beim TSV Herrsching sogar nur in der Relegation.
Die Zweite Mannschaft war im Jahr 2007 in die B-Klasse abgestiegen,
schaffte aber 2008 den Wiederaufstieg in die A-Klasse.
Im Jahr 2008 wurde die Mannschaft von Trainer Daniel Maxbauer
übernommen.
Seit 2008 existiert wieder eine Damenmannschaft, die auch am
Punktspielbetrieb teilnimmt.
Die Abteilung wuchs und macht es heute möglich, das Buben, gerade
der Windel entwachsen, schon am Training teilnehmen können.
Die Fußballer machten in der ganzen Vereinsgeschichte immer wieder
auf sich aufmerksam nicht nur in sportlicher, sondern - und ganz besonders -
auch in gesellschaftlicher Hinsicht.